Wie Corona unsere Sicht auf Arbeit verändert!

Die Corona Pandemie hat unser aller Leben verändert. Nicht nur Privat, sondern auch beruflich. Ein schneller Wandel und ein Hoch zum Home Office sind ausschlaggeben für eine erfolgreiche Zukunft!

Seit nunmehr 14 Wochen sind so viele Mitarbeiter im Homeoffice, wie noch nie. Selbst in Bereichen, in denen das bislang völlig unvorstellbar war, ist diese Art der Arbeit etabliert. Selbst der härteste Kontrollfreak musste sich den neuen Realitäten stellen, allem Misstrauen zum Trotz. So mancher Mitarbeiter oder Kollege hat uns dabei ehrlich überrascht. Einige wachsen geradezu über sich hinaus und übernehmen Verantwortung, die sie im Büroalltag nie übernommen hätten, andere tun sich etwas schwerer mit der neuen Situation. Nicht jeder arbeitet gerne allein. Manch einem fällt da schnell die Decke auf den Kopf. Ich denke, nicht nur mir ist aufgefallen, wie wichtig die sozialen Kontakte in Kaffeeküchen, auf Gängen und in Raucherecken tatsächlich sind.

Nüchtern betrachtet ist dieses Homeoffice Fluch und Segen gleichermaßen. Es ist großartig, dass wir so viel von zu Hause tun und trotz der Kontaktbeschränkungen in vielen Bereichen einfach weiter zusammenarbeiten können. Beinahe alles, was aus einem Büro machbar ist, lässt sich auch von zu Hause tun. Wo das nicht möglich war, sind in relativ kurzer Zeit Möglichkeiten geschaffen worden. Der Rest hat hier seine Defizite der Digitalisierung erkannt und wird das sicher bald abstellen.

Bringt das Homeoffice auch Nachteile mit sich?

Wenn da nicht die Nachteile des Homeoffice wären. Allzu oft ist die heimatliche Technik, oder die Fernanbindung an den Arbeitsplatz den Anforderungen nicht gewachsen. Aber auch die private Situation macht uns bisweilen einen Strich durch die Rechnung. Nicht jeder hat ein Arbeitszimmer oder einen brauchbaren Arbeitsplatz zu Hause. Von der Arbeitsplatzergonomie will ich gar nicht erst anfangen. Hinzu kommt noch das persönliche Umfeld. Wenn die ganze Familie zu Hause ist und sowohl Räume als auch Infrastruktur gemeinsam nutzt werden müssen, kann das schon mal zu Überschneidungen führen.


Jeder kennt die Klassiker bei Online Meetings. Der bellende Hund, das schreiende Kind, ein Familienmitglied im Bildhintergrund. Die Liste ist lang und ich könnte fast jeden Tag eine weitere „Störung“ hinzufügen. Ist Dir schon mal aufgefallen, wie normal es geworden ist, privates in einen geschäftlichen Termin mitzunehmen? Wir werden plötzlich mitgenommen in das Privatleben unserer Kollegen. Wenn ein sonst eher schroffer Manager sagt: „Wir müssen unbedingt pünktlich fertig werden.“, denken wir sofort an den wichtigen Folgetermin. Aber dann fügt er an: „um 12:30 hat meine Frau das Essen fertig und da darf ich nicht zu spät sein, sonst gibt es Ärger.“ Solche und viele weitere Situationen verändern unsere Wahrnehmung, die wir zu Kollegen und Vorgesetzen haben.


Bei mir ist die Grenze zwischen privatem und geschäftlichen schon seit längerem immer weicher geworden. Ich bin immer weniger bereit, für meine berufliche Tätigkeit eine eigene Fassade aufrecht zu erhalten. Viele Menschen, mit denen ich geschäftlich zu tun habe, treffe ich auch privat gelegentlich. Privates Leben ist seit Facebook, Instagram, Twitter und Co. Ohnehin nicht mehr ganz so privat wie das noch zu meiner Jugend war.

Was bringt die Zukunft?


Ich bin gespannt, wieviel von dieser neuen Realität auch nach Ende der aktuellen Situation noch bleibt und wie weit wir zurückfallen in alte Gewohnheiten. Ich habe in dieser Zeit viel über mich selbst und die Art, wie ich Arbeiten und Leben möchte gelernt. Ich weiß, dass ich es eine ganze Weile mit mir selbst aushalte und dabei sehr produktiv sein kann. Ich weiß aber auch, dass ich die persönliche Begegnung mit anderen brauche. Dabei geht es mir nicht primär um den Austausch von Informationen. Informationsaustausch geht auch mit einem online Meeting, per Telefon, oder im Chat. Mir geht es um die informellen Treffen, das ungezwungene Gespräch in der Kantine, spontane Meetings auf dem Gang. Kurz, mir geht es um die persönlichen Interaktionen, die sich nicht in einen Meetingzeitplan pressen lassen, die aber für die Beziehungen und auch für Impulse entscheidend sind.


Hat sich Deine Art, Arbeit und Zusammenarbeit zu sehen auch verändert?

von Dr. Roland Fleischer

 

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