Bock auf Ergebnisse

Täglich messen wir uns! Immer mehr, immer schneller, immer besser und immer größer. Der alltägliche Wettbewerb nimmt zu!

Wir vergleichen uns ständig mit anderen. Im privaten geht es um die beste Figur, die meisten Muskeln, das größte Haus, das schönste Auto. Im Verein geht es um die nächste Vereinsmeisterschaft oder den Aufstieg, ja selbst beim Züchten von Kaninchen gibt es Wettbewerbe um die schönsten Tiere. Das ständige sich messen geht selbstverständlich in den sozialen Medien weiter. Wer hat die meisten Follower oder Likes.
Und wir tun einiges, um den Vergleichen Stand zu halten. Wir setzen uns Ziele und prüfen regelmäßig, wie weit wir schon sind. Das treibt schon auch lustige Blüten. Wir kaufen uns Fitnesstracker, die uns daran erinnern, dass wir uns noch nicht genug bewegt haben. Wir begeben uns unter ständige Kontrolle.

Warum tun wir das?

Die Antwort ist ganz einfach. Wir tun das, weil wir besser werden wollen. Weil wir Ziele haben und jemanden brauchen, der uns höflich, aber bestimmt daran erinnert, dass wir für diese Ziele etwas tun müssen.
Sportler und besonders Spitzensportler nehmen sich dafür einen Trainer. Seine Aufgabe besteht darin, das Beste aus dem Sportler herauszuholen. Das erklärte Ziel eines Spitzensportlers ist oft gar nicht so sehr das Gewinnen, sondern die eigenen Leistungsgrenzen immer weiter auszudehnen und das eigene Potential voll zu nutzen. Das gibt einem Sportler oder einer Sportlerin den Kick. Sie haben richtige Lust an der Leistung. Man sagt, dass das zur Droge werden kann.

Im beruflichen Umfeld sieht das ganz anders aus.

Hier lassen wir uns nur ungern messen. Viele Betriebsräte achten sogar akribisch darauf, dass keine Leistungs- und Verhaltenskontrolle durchgeführt wird. Leistungskontrolle klingt auch sehr negativ, beinahe militärisch. Da kommt einer und kontrolliert mich, überprüft meine Leistung und bewertet diese. Das klingt unpersönlich, seelenlos und erniedrigend. Wenn wir Kontrolle hören haben wir im Hinterkopf schon die Bestrafung bei Schlechtleistung. Sind wir mal ehrlich, viele von uns haben doch gerade schon das Bild eines mittelalterlichen Prangers vor Augen gehabt und natürlich schwebt da auch immer die Angst mit nicht mehr mithalten zu können und aussortiert zu werden.

Wie so oft ist die Bewertung des geschilderten Szenarios eine reine Frage der Perspektive. Es kommt vor allem auf die Intention an. Wir haben viel zu oft erlebt, dass Kontrollen mit der Intention durchgeführt wurden, uns klein zu machen, oder zu bestrafen. Das haben wir in der Schule so empfunden, wenn die Hausaufgaben kontrolliert wurden und empfinden wir heute noch so, wenn wir in eine Polizeikontrolle geraten.
Wenn wir jedoch die Perspektive wechseln und Kontrollen einfach als Ergebnis Checks sehen, bei denen es darum geht Potentiale besser zu erkennen und Fähigkeiten weiter zu entwickeln, führt das zu persönlicher Verbesserung. So interpretiert werden Kontrollen oder besser Ergebnis Checks zu motivierenden Entwicklungsmöglichkeiten, genau wie bei den Sportlern.

Ergebnis Checks ändern alles

So verstandene Ergebnis Checks machen es Mitarbeitern leicht, motiviert zu arbeiten. Wenn Mitarbeiter Wertschätzung fordern, dann beginnt diese mit der Einschätzung des Wertes Ihrer Arbeit. So gesehen haben Ergebnis Checks nicht nur Ihre Berechtigung bei der persönlichen Entwicklung, sondern darüber hinaus auch für das Selbstwertgefühl des Mitarbeiters. Denn im Ergebnis Check wird der Mitarbeiter und seine Leistung gesehen. Wenn Ergebnis Checks regelmäßig durchgeführt werden und die Führungskraft diese für Unterstützung und Mentoring nutzt, stellen sich die Fragen nach Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten auch nicht mehr. Diese Fragen werden schon früh beantwortet.

Der Perspektivwechsel von Kontrolle zu Wertschätzung wird in vielen Unternehmen gerade vollzogen, einige Unternehmen haben alternative Modelle gefunden, um die „Befehlskette“ zu durchbrechen. Sie erkenne die Leistungen ihrer Mitarbeiter und fördern sie, wo immer es geht.
Um beste Leistungen zu erbringen, müssen wir nicht das letzte aus den Mitarbeitern herauspressen, sondern ihre Potentiale nutzen und fördern. Es ist daher selbstverständlich, Leistung zu messen und gute Leistung zu fördern. Dadurch entsteht eine Leistungsbereitschaft, die Spaß macht. So sehen Sieger aus. Sie haben Bock auf Ergebnisse.

Von Dr. Roland Fleischer

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