So nutzen CIOs die Chancen der Digitalisierung

Die Wertschätzung der IT in deutschen Unternehmen steigen. Die Digitalisierung der Betriebe ist notwendig, um Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und sorgt durch steigende Anforderungen für mehr Bedeutung der internen IT und des CIO.

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Die rasante Entwicklung und die Komplexität in der IT lassen dem CIO nur wenig Raum für die Auseinandersetzung mit dem Kerngeschäft des Unternehmens. Glücklicherweise ist festzustellen, dass die Anerkennung und die Wertschätzung der IT in deutschen Unternehmen steigen. Nicht zuletzt liegt das an aktuellen Trends wie der Industrie 4.0. Die Digitalisierung der Betriebe ist notwendig, um Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und sorgt durch steigende Anforderungen für eine zunehmende Wichtigkeit der internen IT, sowie auch des CIOs.

Der Fokus des CIOs liegt nicht auf dem Kerngeschäft seines Unternehmens!

Es ist zu beobachten, dass sich einige CIOs nur in geringem Maß mit dem Kerngeschäft ihrer Unternehmen beschäftigen bzw. identifizieren. Das hat verschiedene Gründe

1. Intensivere Arbeit innerhalb der IT

Die Digitalisierung weltweiter Unternehmen führt zu einer ständig steigenden Zahl neuer Anforderungen, welches einer gut strukturierten IT-Abteilung bedarf.  Der ständige Wandel gepaart mit stark reaktiver Arbeitsausrichtung legt das Augenmerk und die Konzentration auf die internen Belange. Nur so scheint es der IT möglich, den betrieblichen Anforderungen zeitnah gerecht zu werden.

Darüber hinaus herrscht ein Fachkräftemangel in der Branche. Dieser Mangel führt zusätzlich dazu, dass sich der CIO und die vorhandenen Fachkräfte mit ihren fachlichen Themen bereits ausgelastet oder gar überlastet sind. Für den CIO resultiert daraus die Gefahr, sich zu sehr mit der Bewältigung der täglichen Aufgaben in der IT und zu wenig mit den unternehmensweiten Fragestellungen zu befassen.

2. Anforderungen durch die Geschäftsführung

Die „Studie IT-Trends 2015“ des Unternehmens CapGemini veranschaulicht, dass sich die Anforderungen der Geschäftsführung an die IT auf interne Effizienzsteigerungen beschränken. Die wichtigsten und häufigsten Anforderungen sind die Senkung der Kosten, der Ausbau der Digitalisierung, die schnellere Bereitstellung von IT Services und die Entwicklung innovativer IT-Produkte. Erst zum Schluss folgen Anforderungen wie die Erhöhung der Kundenzufriedenheit, Optimierung der internen Zusammenarbeit und eine engere Einbindung der Kunden und Lieferanten. Dies zeigt, dass das Top-Management von ihrem CIO erst gar nicht erwartet, sich inhaltlich mit dem Kerngeschäft oder abteilungsübergreifenden Themen auseinander zu setzen, bzw. dieses nicht als notwendig erachtet wird!

Auf der anderen Seite wird die nicht vorhandene übergreifende Planung als eine der größten Hürden für die Digitalisierung in deutschen Unternehmen genannt. Das bedeutet, dass die Einbindung des CIOs in die strategische Planung durchaus sinnvoll ist und von den Betrieben angestrebt werden sollte – man dies dem CIO allerdings nur in Teilen zutraut! Für den CIO ist ein Konflikt zu bewältigen, in dem die Integration in die übergreifenden betrieblichen Belange gefordert, vom Top-Management allerdings nicht gewünscht ist.

Der CIO ist gefordert betriebliche Prozesse zu kennen und zu verstehen!

Mehr als zwei Drittel der von CapGemini befragten Unternehmen sagt, dass IT-Abteilungen in Zukunft die meisten Leistungen, insbesondere Standardlösungen, von externen Anbietern zukaufen und nicht mehr selbst erbringen werden. Individuelle, kundenspezifische Lösungen sollen allerdings weiterhin von der internen IT zur Verfügung gestellt werden. Ein umfangreiches Know-How über die internen Prozesse und Abläufe im gesamten Unternehmen ist zwangsläufig wichtig. Das detaillierte Wissen über die IT hingegen wird immer weniger gebraucht, da es von extern bezogen wird. Eine interne IT-Abteilung hat heute einmal mehr die Aufgabe der Übersetzung der Kundenanforderungen in IT-Lösungen!

Es liegt in der Verantwortung des CIOs, sich intensiv mit dem Kerngeschäft auseinander zu setzen!

Nur wenn sich der CIO selbstständig mit den betriebsübergreifenden Angelegenheiten beschäftigt und proaktiv an der strategischen Planung mitgestaltet, gelingt es, zukünftige Anforderungen zu identifizieren und ihre Organisation flexibel und schnell auszurichten. Ziel ist es ein unkomplizierter, effektiver und effizienter Lösungsanbieter zu werden.  Die IT-Organisation wird wertiger und integrativer Teil der Gesamtorganisation. Weg von einer rein reaktiven Ausrichtung gelingt es, Themen wie die Digitalisierung voran zu treiben und zum Erfolg zu führen.

Da eine Integration jedoch häufig nicht durch das Top-Management zu erwarten ist, liegt es in der eigenen Verantwortung des CIOs, sich mit fachfernen Themen zu beschäftigen und sich im Alltagsgeschäft mit einzubringen. Es muss ihm gelingen „ein Partner auf Augenhöhe“ zu werden, welcher als vollwertiger Ansprechpartner für unternehmensweite Entscheidungen wahrgenommen wird. Bleibt die Einbindung des CIOs in betriebsübergreifende Entscheidungen und dessen eigenverantwortliches Einarbeiten in die betrieblichen Prozesse aus, werden es die Unternehmen schwer haben ihre Ziele zu erreichen.

Von Viola Kroh und Ulrich Göbbels

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