Die Kunst, Verantwortung zu übernehmen

Bei der Übergabe von Verantwortung kommt es auf einen klaren Auftrag an. Dieser enthält die Pflichten zusammen mit dem Zweck und den Zielen. Auch die Grenzen der Verantwortung sollten deutlich sein.

Artikel Service Kompass - Ich war´s nicht

Schlagzeile Entschlossenheit

Schlagzeile Panikattacken

Diese und ähnliche Schlagzeilen finden sich in führenden Wirtschaftszeitungen wie dem Handelsblatt, der Wirtschaftswoche und der FAZ. Oft wird die Gehaltsforderung eines Managers damit begründet, dass auch die Verantwortung größer wäre. Warum haben dann Manager offensichtlich Angst davor diese Verantwortung wahrzunehmen und Entscheidungen zu treffen? Was ist das überhaupt, Verantwortung?

Zuallererst ist Verantwortung die Zuschreibung einer Pflicht also einer Aufgabe für etwas oder jemanden. Sie wird durch eine Instanz verliehen, welche die Erfüllung dieser Pflichten auch einfordern kann. Der Verantwortliche ist gegenüber der Instanz rechenschaftspflichtig. Eine unzureichende Pflichterfüllung hat Konsequenzen.

Soweit ist das klar und es wäre auch alles ganz einfach, wenn sich alle an einige wenige grundlegende Spielregeln halten würden.

Verantwortung wird explizit übergeben

Bei der Übergabe von Verantwortung kommt es auf einen klaren Auftrag an. Dieser enthält die Pflichten zusammen mit dem Zweck und den Zielen. Auch die Grenzen der Verantwortung sollten deutlich sein.

Die Realität sieht oft anders aus. Nicht selten wird Verantwortung auf Zuruf mit einem lapidaren „mach mal…“ übertragen. Eine Auftragsklärung ist oft gar nicht möglich, oder wir machen Annahmen nach dem Motto „Ich weiß schon, was er/sie will“. Das führt oft zu Konflikten.

Erste Regel: Ohne klaren Auftrag kann Verantwortung nur schwer übernommen werden

Der Verantwortliche erfüllt gewissenhaft seine Pflichten

Im Rahmen der übergebenen Verantwortung sorgt der Verantwortliche für die Erfüllung seiner Pflichten. Dabei kann er im Rahmen der gesteckten Ziele und Grenzen frei über Prioritäten und Mittel zur Pflichterfüllung entscheiden.

Die Grenzen des Pflichtbewusstseins bilden vor allem drei Faktoren:

  1. Können: Der oder die Verantwortliche benötigt für die Erfüllung der Pflichten in der Regel bestimmte Fähigkeiten. Fehlen diese, kann die Aufgabe nicht oder nur unzureichend erfüllt werden. Der Verantwortliche ist hier in der Pflicht, die erforderlichen Fähigkeiten zu erwerben.
  2. Wollen: Auch wenn das nicht bei allen Pflichten in gleicher Weise gelingt, so ist es dennoch der Sache förderlich, Verantwortung an Personen zu vergeben, die damit verbundene Pflichten auch mit der nötigen Motivation angehen. Nichts schadet dem Ergebnis mehr, als der fehlende Wille.
  3. Dürfen: Die Freiheit, bei der Pflichterfüllung über die Mittel und Wege zur Zielerreichung entscheiden zu können, gibt dem Verantwortlichen die nötige Flexibilität. Zur Pflichterfüllung ist darüber hinaus oft Autorität erforderlich. Diese muss dem Verantwortlichen mit auf den Weg gegeben werden. Fehlt diese, weil Entscheidungen immer wieder von „oben“ getroffen oder gar revidiert werden, dann wird der Verantwortliche schnell zum zahnlosen Tiger.

Zweite Regel: Wer Verantwortung übernimmt, braucht die nötigen Freiheiten und ausreichend Macht

Dritte Regel: Verantwortung übernimmt nur, wer auch entscheidet und konsequent handelt

Offene Kommunikation

Wer Rechenschaft ablegen will oder soll, muss vor allem informieren. Der Verantwortliche sorgt aktiv dafür, dass Pläne, Status, Fortschritte und Hindernisse bekannt sind und zwar nicht nur ihm selbst. Im Unternehmensalltag geschieht das in Form von Berichten.

Rechenschaft ablegen hat jedoch oft den Charakter des Rechtfertigens. Statt einfach zu berichten werden Ausreden gefunden und erläutert, warum es mit der Erfüllung der Pflichten nicht so recht vorangegangen ist. Es werden Dinge berichtet, die keiner wissen wollte. Der Status wird durch eine undurchsichtige Detailtiefe verschleiert und Herausforderungen werden zu unüberwindlichen Hindernissen aufgeblasen. Tarnen, Täuschen und Verpissen.

Vierte Regel: Wer verantwortlich ist, sorgt für Klarheit und hat keine Angst vor schlechten Nachrichten.

Fünfte Regel: Verantwortliche beteiligen sich niemals am beliebten „Fingerpointing“.

Pflichten haben Konsequenzen

Für den Verantwortlichen muss die Erfüllung seiner Pflichten ebenso Konsequenzen haben wie die Nicht-Erfüllung. Ein Lob für eine gute Leistung gehört ebenso zu den möglichen Konsequenzen, wie eine klare Ansage bei unzureichender Pflichterfüllung. In den meisten Fällen sollte es jedoch darum gehen, was in Zukunft besser gemacht werden soll und wie das zu erreichen ist. Schließlich wird kein Sündenbock gesucht, sondern es geht darum, Ziele zu erreichen. Wir halten uns zu oft und zu lange am vermeintlichen Fehlverhalten Einzelner auf. Dabei hat nur sehr selten einen tatsächlichen Nutzen, sich mit der Schuldfrage zu beschäftigen. In den weitaus meisten Fällen lässt sich verantwortungsvolles Handeln durch die gemeinsame Arbeit an den Grundregeln einfordern.

Sechste Regel: Wer Verantwortung übernimmt, fordert Feedback ein und wächst an den Aufgaben

Review overview
KEINE KOMMENTARE

SCHREIBE EINEN KOMMENTAR

ABONNIEREN
Magazin via E-Mail abonnieren

Geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse an, um dieses Magazin zu abonnieren und kostenlose Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.