Die ungeahnte Kraft des CIO

Die digitale Transformation bedeutet eine große Veränderung in der Art, wie das Geschäft gemacht wird. Von Mitarbeitern werden eine hohe Flexibilität und Entwicklungsfähigkeit verlangt. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und bedarf gezielter Unterstützung.

Die ungeahnte Kraft des CIO

Unternehmen müssen in der Lage sein sich ständig weiter zu entwickeln. Schnelles Reagieren auf neue Gegebenheiten sichert die Wettbewerbsfähigkeit. Themen wie „Industrie 4.0“ oder auch „digitale Transformation“ beeinflussen in diesem Zusammenhang immer häufiger die Strategien der Unternehmen. Wie so oft geht es im Kern darum, effiziente und effektive Abläufe mit Unterstützung der IT zu schaffen. Allerdings bleiben einige Fragen unbeantwortet: Was bedeutet dies für die Unternehmen bzw. ihre Angestellten? Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Umsetzung?

Die verstärkte Integration der Informationstechnologie bedeutet eine große Veränderung in der Art, wie das Geschäft gemacht wird. Von den Mitarbeitern werden eine hohe Flexibilität und der Blick über den „eigenen Tellerrand“ verlangt. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und bedarf gezielter Unterstützung. Daher ist der Erfolg von Veränderungen maßgeblich von exzellenten Führungskräften abhängig.

Speziell an die Rolle des CIO werden in diesem Zusammenhang besondere Anforderungen gestellt. Die IT gewinnt an Bedeutung, da sie die einzige Abteilung ist, die in ihrem Alltagsgeschäft alle Unternehmensbereiche direkt berührt. Für den CIO ergibt sich die Chance, sich als Brückenbauer zwischen den Unternehmensbereichen zu etablieren. Er verfügt über ausreichend Informationen und das notwendige Know How, die Digitalisierung im Unternehmen voranzutreiben. Neben diesem Aspekt spielen allerdings weitere Faktoren eine wichtige Rolle.

Besonders in einer Transformation bedarf es mehr als den klassischen Manager. Betriebliche Veränderungen gehen immer mit einer gewissen Unruhe und Unsicherheit einher. Es gilt seinem Team Sicherheit und eine klare Linie zu geben. In solchen Situationen sind Leader gefragt, die in der Lage sind, ein ganzes Team mit Charisma zu begeistern, die aktuelle Situation genau zu kennen und als wertestabiles Vorbild voranzuschreiten. Dazu gehört ein klares Ziel, die Fähigkeit jederzeit auf Fragen und Unsicherheiten antworten zu können und als Stabilitätsanker trotz Veränderungen wahrgenommen zu werden.
Für einen guten Leader ist es wichtiger zuzuhören und andere Meinungen einzuholen, als den einen und richtigen Weg zu predigen. Er fördert die Eigenmotivation der Mitarbeiter statt immer wieder Arbeit zu delegieren. Hohe Leadership Skills schaffen Freiräume für die Mitarbeiter und geben einen Vertrauensvorschuss. Zusammengefasst entsteht dies durch:

  1. Gute Vorbereitung:
    Leader müssen ein klares Zielbild vor Augen haben und die nächsten Schritte kennen. So können sie unsicheren Mitarbeitern als stabiles Vorbild dienen.
  2. Zuhören:
    Informationen müssen aus erster Hand eingefordert werden. Es ist wichtig, sich hierzu eine eigene Meinung zu bilden und diese vor seinen Angestellten zu vertreten.
  3. Wissen über die Vorgänge:
    Interne Abläufe sowie die Bedürfnisse der Mitarbeiter sollten bekannt sein. Mögliche Hemmnisse können so erkannt und entfernt werden.
  4. Lösungsorientiertes Denken und Handeln:
    Nur wer auf konkrete Fragen reagieren kann und auf Fehler vorbereitet ist, kann selbstbewusst Entscheidungen treffen und diese auch vertreten.
  5. Die Bereitschaft aus Fehlern zu lernen:
    Vergangene Misserfolge müssen im Team diskutiert und Alternativen entwickelt werden. Eventuelle Fehlerquellen sind zu identifizieren und zu beobachten.

All das ist sicherlich nicht leicht und nicht jedem sind diese Fähigkeiten in den Schoß gefallen. Es ist zu beobachten, dass selbst handwerklich gute Manager nicht über ausreichend Softskills im Umgang mit dem Team verfügen oder diese nicht hinreichend einsetzen. Erstaunlicherweise macht genau das Gegenteil Teams erfolgreich.

Der CIO hat die Wahl, sich offen etwaigen Defiziten seiner Leadership Skills zu stellen und zu erkennen, dass neben den fachlichen Fähigkeiten seine eigene Persönlichkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Stellt er Nachholbedarf in diesem Gebiet fest, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Er überträgt die Leitung von Veränderungsprozessen an entsprechende Champions, die über ausreichend Leadership Skills verfügen. Er selbst übernimmt die fachliche Steuerung im Hintergrund. Eine weitere Möglichkeit ist der externe Zukauf, welches allerdings die Gefahr birgt, dass die Identifikation der Beteiligten mit der geplanten Veränderung leidet.

Der Königsweg ist auch der schwerste: durch gezieltes Coaching können Defizite ausgeglichen und die notwendigen Fähigkeiten ausgebildet werden. Dies bedarf einer hohen Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, Lücken zu sehen und in einen längeren Prozess der persönlichen Weiterentwicklung eintreten zu wollen. Als wesentlicher Erfolgsfaktor für Veränderungsprozesse sollte der CIO dafür bereit sein.

von Viola Kroh und Ulrich Göbbels

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