Talking TOM – Navigation im Tagesgeschäft

Schaffen Sie Bodenhaftung für die Strategie. So wird aus Ihrem Target Operating Model (TOM) ein leistungsfähiges Navigationssystem für die tägliche Arbeit und die Entwicklung des gesamten Unternehmens

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Viele Mitarbeiter winken einfach ab, wenn es um Strategie geht. „Zu abgehoben, impraktikabel, zu wenig Bodenhaftung, Marketing-Gewäsch, etc.“ Das sind die häufigsten Antworten auf die Frage nach der Strategie. Ein klares Zielbild und ein Plan, wie man dieses Ziel erreichen will, sind jedoch die Basis in jeder Entwicklungsmethodik. Ob im persönlichen Bereich oder im Geschäft mit Hilfe der Strategie-Entwicklung. Warum also wollen sich so viele Menschen nicht damit beschäftigen?

In anderen Bereichen tun wir genau das selbstverständlich. Wenn junge Menschen nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, dann sehen Sie sich selbst schon als Arzt oder Bäcker, sie sehen sich, wie sie Karriere in einer Versicherung machen oder wie sie bei einem führenden Unternehmen Software entwickeln. Sie machen sich ein Bild Ihrer Zukunft und arbeiten darauf hin; sie haben eine Strategie. Das wird schon schwieriger, wenn diese jungen Menschen einen Partner suchen. Dieser hat seine eigene Strategie. Die Partnerwahl wird so oft zur Suche nach einer kompatiblen Strategie.

In der Gesellschaft und in Unternehmen ist die Anzahl der Beteiligten viel größer. In dieser Situation bekommt das Zielbild eine zentrale Rolle. Es verbindet die Menschen mit ihren eigenen Zielen, indem es diese verschiedenen Ziele ernst nimmt und in einem gemeinsamen Bild vereint. Je besser sich die Menschen wiedererkennen, desto stärker wird ihr Engagement sein.

Die Inhalte des Zielbildes richten sich stark nach dem Kontext. Für die Gesellschaft sind das Bereiche wie Infrastruktur, Finanzen, Bildung, Kultur, Sicherheit, Wirtschaft, Justiz, etc. Dazu werden von den politischen Parteien Parteiprogramme und Pläne zur Zielerreichung entworfen. In Unternehmen beschreibt es den Markt und die Kunden, die Produkte und Services, sowie die benötigten Strukturen, Prozesse und Fähigkeiten. Es gibt ganz unterschiedliche Methoden, dieses Zielbild und die Pläne zur Zielerreichung zu entwerfen. Eines davon ist das Target Operating Model oder kurz TOM.

Ein TOM beschreibt einen definierten Zielzustand. Es umfasst Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Technologien und Informationen, die zur Bereitstellung von Dienstleistungen und Produkten benötigt werden. Oft werden weitere Perspektiven wie erforderliche Ressourcen und Fähigkeiten ergänzt. Wie bei einem Navigationssystem wird der Weg dorthin durch den Abgleich mit dem Ist-Zustand bestimmt.

„Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt.“ (Gotthold Ephraim Lessing)

Das TOM hilft Führungskräften und Mitarbeitern, sich voll und ganz auf das Erreichen der Unternehmensziele zu konzentrieren. Das Zielbild wird so zum Leuchtturm, an dem das Handeln und der Einsatz von Ressourcen und Fähigkeiten ausgerichtet werden. Gleichzeitig dient es als Meilensteinplan, an dem nachvollziehbar wird, was schon erreicht wurde.

Dabei muss ein TOM nicht komplex sein. Jede Organisation muss für sich entscheiden, welche Elemente Bestandteil ihres TOMs sein müssen. Das ist vor allem abhängig von der Größe und Komplexität der Organisation und natürlich von eventuellen regulatorischen Anforderungen. Das TOM für einen Dienstleister im Garten- und Landschaftsbau mit fünf Mitarbeitern wird sich vom TOM eines Finanzinstituts mit einer fünfstelligen Anzahl an Mitarbeitern erheblich unterscheiden.

Je nach der Dynamik in der Branche spielt ein weiterer Aspekt eine Rolle: Flexibilität. Wenn das TOM zu starr angelegt ist, kann es den sich verändernden Bedingungen nicht gerecht werden, verliert die Relevanz und kann sogar Fehlentwicklungen regelrecht zementieren. Die Planungen sollten durch regelmäßige Reviews, konsequente Kurskorrekturen und eine offene Kommunikation an die aktuelle Situation angepasst werden.

So eingesetzt wird das Target Operating Model zum leistungsfähigen Navigationssystem der Organisationsentwicklung in einer sich rasant ändernden Welt.

von Dr. Roland Fleischer

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